Developed in conjunction with Joomla extensions.


Die Messe fand auf dem Gelände und in Kooperation mit der Migrantenorganisation SV Genc Osman statt.


Der Arbeiter-Samariter-Bund informierte über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und aktuell noch zu besetzende Stellen.


Den Rettungs- und Sanitätsdienst live erleben konnten die Jugendlichen im Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes.


Susanne Hermann von der Polizei Duisburg erläuterte Fragen zum Polizeiberuf.


Beliebt war auch das Angebot der Polizei ein Dienstmotorrad auszuprobieren.


Wegen des Duisburger Hafens ist auch der Zoll ein beliebter und großer kommunaler Ausbilder - der jedoch zahlreichen Jugendlichen bisher nicht bekannt war..

Sich an der Kettensäge probieren war ein Angebot der Duisburger Forstwirte. Dieser Ausbildungsplatz steht auch Jugendlichen mit Hauptschulabschluss offen.

Fabian Hahn von der Duisburger Feuerwehr erläutert die Ausbildungsmöglichkeiten und berät Schülerinnen und Schüler zu den Bewerbungsvoraussetzungen.

Den wichtigen Bereich der Pflege griff das Deutsche-Rote-Kreuz aus Duisburg auf und präsentierte entsprechende Angebote.

Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrgesellschaft bildet in zahlreichen Bereichen aus.
Noch immer sind Menschen mit Migrationshintergrund in kommunalen Einrichtungen und öffentlichen Institutionen unterrepräsentiert - trotz zahlreicher Maßnahmen im Bereich der interkulturellen Öffnung. Deshalb sind der Abbau von Vorurteilen und Schwellängsten sowie die Etablierung von Begegnungsorten wichtige Zukunftsaufgaben im Einwanderungsland Deutschland. Diesem Ziel war auch eine Karriere- und Kontaktmesse verpflichtet, die die Bonner Akademie gemeinsam mit der Duisburger Migrantenorganisation SV Genc Osman und in Kooperation mit der Brost-Stiftung durchführte. Die Messe, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Wieviel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets“ stattfand, richtete sich speziell an Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich über spannende Berufe bei lokalen öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und entsprechende Einstiegsmöglichkeiten informieren konnten.

In der Schlussphase des Forschungsprojekts „Wieviel Islam gehört zu Deutschland?“ wurden einige Pilotprojekte, die eine sinnvolle Ergänzung der Projektlandschaft im Ruhrgebiet darstellen, auch in der Praxis angestoßen. Dazu zählt auch die Karriere- und Kontaktmesse, die auf mehreren Ebenen zu einer optimaleren Nutzung vorhandener Potenziale beitragen möchte: Besonders für Jugendliche mit Migrationshintergrund gestaltet sich der Übergang von Schule in Ausbildung noch immer schwierig, Studien belegen in diesem Zusammenhang, dass diese Jugendlichen deutlich mehr Bewerbungen schreiben müssen, als gleichqualifizierte Gleichaltrige mit einem ,deutsch-klingenden‘ Namen. Dies liegt vor allem daran, dass viele Institutionen und Firmen noch immer nicht hinreichend interkulturell geöffnet sind - hier können Vorurteile eine Rolle spielen, häufig fehlt es aber auch an Zugängen zu dieser Zielgruppe. Ausbildungssuchende Jugendliche wiederum wissen häufig nicht um die Vielfalt ihrer Möglichkeiten und die Berufe in denen besonders dringend Nachwuchs gesucht wird.

Nicht zuletzt deshalb haben zahlreiche Duisburger Institutionen äußerst positiv auf die Messe reagiert und sich mit großem Engagement beteiligt. Als Aussteller stellten u.a. die Polizei, die Feuerwehr, die Stadt Duisburg, der Zoll, das Deutsche Rote Kreuz oder der Arbeiter-Samariter-Bund ihre Ausbildungsmöglichkeiten vor. In zwanglosem Rahmen ermöglichten interaktive Elemente wie Einsatzfahrzeuge und Kompetenzdemonstrationen einen zwanglosen Gesprächseinstieg und machen Ausbildungsberufe etwa bei Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten erfahrbar und erlebbar. Etwa 300 Duisburger Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit sich auf dem Gelände des SV Genc Osman über ihre Möglichkeiten nach dem Schulabschluss zu informieren. Viele der Aussteller sind aktuell noch auf der Suche nach Auszubildenden für das laufende Jahr, sodass sich im Rahmen der Messen auch konkrete Vermittlungschancen ergaben. Gleichzeitig zeigten sich die Schülerinnen und Schüler aber auch begeistert über die Möglichkeit ,einfach‘ mal in einem Feuerwehrauto zu sitzen oder sich an der Kettensäge der Duisburger Forstwirte zu probieren. Dieser Aspekt wurde auch von den Ausstellern positiv hervorgehoben: Denn Berührungsängste und Hemmschwellen gegenüber staatlichen und kommunalen Institutionen zu überwinden und das wechselseitige Vertrauen abzubauen, hat allein schon einen überaus positiven Effekt für beide Seiten.

Das zeigt auch der Blick in die internationale Projektlandschaft: Im Rahmen des Forschungsprojekts führte eine internationale Vergleichsstudie das Projektteam 2016 nach New York zu Mohammad Razvi, Gründer der Migrantenorganisation Council of Peoples Organization. Dieser führt eine ähnlich konzipierte Messe seit Jahren äußerst erfolgreich durch und konnte Schülerinnen und Schüler neben zahlreichen Institutionen wie dem FBI oder dem NYPD sogar im Büro des Oberbürgermeisters unterbringen. Dieses Konzept wollte die Bonner Akademie - angepasst an die spezifischen lokalen Bedingungen - auch ins Ruhrgebiet übertragen. Erfolgreich ist dieses Konzept vor allem auch, weil Razvi sowohl über Zugänge zu den entsprechenden Communities als auch zu den staatlichen und staatsnahen Institutionen verfügt.

Einen solchen Partner fanden die beiden auch in Erkan Üstünay, der in Duisburg den Jugendtreff Respekt sowie den SV Genc Osman leitet und gleichzeitig auch Integrationsratsvorsitzender ist und im Rahmen der Veranstaltung erläuterte, wie sich ein Zugang zur relevanten und oftmals bildungsfernen Zielgruppe finden lässt. Grundsätzlich müsse man den Jugendlichen überhaupt erstmal ein Angebot machen. In sozialschwachen Stadtteilen gebe es oftmals gar keine Orte, zu denen die Jugendlichen kommen könnten. Weiterhin sei Vertrauen wichtig, sowohl von den Jugendlichen als auch von deren Eltern. Üstünay selbst habe sich dies vor allem durch sein überdurchschnittliches Engagement aufgebaut, unterstützten auch Kiskemper und Nagel.

Nicht zuletzt deshalb organisierte das Projektteam die Messe gemeinsam mit Erkan Üstünay, Vorsitzender des SV Genc Osman und Integrationsratsvorsitzender in Duisburg. Denn um Jugendliche zu erreichen, die solche Angebote in der Regel nicht wahrnehmen, bedarf es einer Führungspersönlichkeit wie Üstünay, die das Vertrauen der Jugendlichen genießt.