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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, hielt die Begrüßung.



Mahnte zur Einigkeit zwischen den führenden Kräften in der EU: Prof. Dr. Alfred Grosser, französischer Politikwissenschaftler und Publizist.



Für Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident a.D. und Bundesminister a.D., ist die deutsch-französische Zusammenarbeit für die Zukunft ein wichtiger Motor der europäischen Einigung.



Die Journalistin Cécile Calla sieht Emmanuel Macron nach seinem Wahlsieg in der Pflicht, das französische Volk möglichst wieder zu einen.



Moderierte die Diskussionsrunde: Michael Krons von PHOENIX.



Die Veranstaltung in der BAPP stieß auf großes Interesse.



Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Institut français Köln.


Fotos: Volker Lannert
Nachdem am 7. Mai 2017 Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten gewählt wurde, sieht sich das jüngste Staatsoberhaupt in der Geschichte der Fünften Republik mit einer enormen Erwartungshaltung konfrontiert. Er muss ein politisch tief gespaltenes Land einen, die deutsch-französischen Beziehungen weiterentwickeln sowie die europäische Integration wieder in Bewegung bringen. Mit den Perspektiven dieser großen und gewichtigen Aufgaben beschäftigte sich die Diskussionsrunde, die die Bonner Akademie am 1. Juni 2017 auf ihrem Podium begrüßen durfte. Mit dem französischen Politikwissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Alfred Grosser diskutierten die französische Journalistin Cécile Calla und der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Bundesminister Prof. Dr. Jürgen Rüttgers. Die Moderation oblag dem Phoenix-Moderator und -Redakteur Michael Krons.
 
In seiner Begrüßung sprach Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, von der Reformbedürftigkeit des europäischen Integrationsprojekts, das insbesondere auch der jungen Generation ein Interesse an der Mitwirkung in Politik und Demokratie abverlange. Es bestünde zudem die zwingende Notwendigkeit eines europaweiten Bündnisses zwischen Wissenschaft und Schulen, um die Ressentiments gegenüber der EU auszuräumen und die Kommunikation der zukünftigen europäischen Generationen von Anfang an zu stärken.
 
Auch die Diskussion fokussierte sich auf die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der EU. Prof. Grosser lobte sie als "in jeder Hinsicht gut" und betonte die Notwendigkeit, dass Deutschland und Frankreich die Verwaltung der Eurozone neu entwickelten. Besonders jetzt, wo die Partnerschaft mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten immer unsicherer werde, sei Einigkeit zwischen den führenden Kräften in der EU notwendig. Emmanuel Macron habe sich diesem Ziel verschrieben und einen Plan versprochen, um sein Volk hinter seinen Ideen zu vereinen.
 
Prof. Rüttgers hob hervor, dass es eine Art zweiten Elyseé-Vertrag geben müsse, in welchem Deutschland und Frankreich ihre zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen festhalten sollten. Er bemängelte, dass es noch immer keine Plattform gebe, auf der sich die deutsch-französische Politik austauschen könne. Diese müsse in einem solchen Vertrag gegebenenfalls geschaffen werden. Es sei jedoch erfreulich zu sehen, dass wieder mehr junge Menschen sich für die Politik und für Europa interessierten – hierzu nannte er als Beispiel die Bewegung "Pulse of Europe". Auch er verwies darauf, dass die europäische Staatengemeinschaft sich nicht darauf verlassen könne, dass die USA oder die NATO ihre Probleme für sie lösten. Deutschland und Frankreich müssten dafür sorgen, dass die EU dies in Zukunft selbst tun könne. Das Zusammenwachsen der europäischen Völker würde dann von allein folgen. Dieser Prozess benötige Zeit, werde aber folgen, wenn der Rahmen der EU stimmig und überzeugend sei.
 
Kritischer hingegen äußerte sich Cécile Calla hinsichtlich der Entwicklungen der französischen Politik. Emmanuel Macrons Sieg im Präsidentschaftswahlkampf sei vor allem der gesellschaftlichen Abneigung gegen seine Gegnerin Marine Le Pen zu verdanken, so Calla. Es werde jedoch die Ablehnung unterschätzt, die gegenüber dem neuen Staatsoberhaupt in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten herrsche. Es werde die erste große Herausforderung für Macron sein, die weniger Privilegierten in der französischen Gesellschaft von sich zu überzeugen. Hinsichtlich der EU sprach Cécile Calla von der Notwendigkeit, eine Solidaritätsgemeinschaft zu schaffen, die ihre Werte gemeinschaftlich vertrete und sich weltweit für diese einsetze.


Die Begrüßungsrede von Prof. Bodo Hombach zum Nachlesen