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Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie und Herausgeber der Publikation



Autor Dr. Moritz Küpper (l.) während der Buchvorstellung mit Moderator Stefan Weigel (r.)



Dagmar Reim, ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb)



Dr.-Ing. e.h. Hartmut Mehdorn, Industriemanager, u. a. ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG



Dr. Norbert Walter-Borjans, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen a.D.



Blick auf das Podium



Der Einladung zur Buchvorstellung folgten knapp 150 Gäste


Fotos: Jennifer Zumbusch
Gemeinsam mit dem Autor Dr. Moritz Küpper, Landeskorrespondent NRW beim Deutschlandradio, stellte die Bonner Akademie am 13. September 2017 ihre vor kurzem im Tectum Verlag erschienene Publikation "Rücktritte: Über die Kunst, ein Amt zu verlassen" vor. In der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Dagmar Reim, ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Dr.-Ing. e.h. Hartmut Mehdorn, Industriemanager, u. a. ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, sowie Dr. Norbert Walter-Borjans, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen a.D., von ihren unterschiedlich gelagerten Rücktrittserfahrungen. Die Veranstaltung moderierte Stefan Weigel, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post.

Zu Beginn der Veranstaltung spannte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie und Herausgeber der Publikation, den einen Rücktritt häufig bedingenden Motivationsbogen über das mediale sowie öffentliche Interesse. In einer Zeit, in der 'Klicks' immer stärker zu einer festen Währung werden, giere das Publikum nach Menschenopfern. Dabei sei der Rücktritt nicht immer automatisch eine Niederlage. So gebe es die Möglichkeit, die Integrität des Amtes und der Person zu wahren. Das Buch könne man in diesem Kontext als Gebrauchsanweisung für Rückkehrer und für jene, die es werden wollen, betrachten.
 
Die Buchvorstellung übernahm Moderator Stefan Weigel zusammen mit Autor Dr. Moritz Küpper. Weigel hob hervor, dass das Buch – im Anschluss an einen kurzen akademischen Überbau – vor allem auch von Anekdoten und Geschichten derjenigen lebe, die für die Publikation interviewt wurden. Die größte Herausforderung sei in diesem Zusammenhang gewesen, eine ausreichende Anzahl an Personen zu finden, die offen über ihren jeweiligen Rücktritt sprechen wollten, so Dr. Küpper. Ein Rücktritt sei grundsätzlich erst einmal etwas sehr privates und wird seitens der Öffentlichkeit oftmals als Tabuthema betrachtet. Von über 50 angeschriebenen Personen hätten sich am Ende 15 dazu bereit erklärt, an dem Projekt mitzuwirken, wobei diese Anzahl aufgrund der hohen qualitativen Aussagekraft der Gespräche am Ende absolut ausgereicht habe. Der Autor schob jedoch noch eine Relativierung nach: Selbstverständlich müsse man berücksichtigen, dass die Interviewpartner ihre Sicht subjektiv schildern. Eine der zentralen Aufgaben war für Dr. Küpper daher, die Aussagen richtig in den Gesamtkontext einzuordnen.
 
Auf die Frage des Moderators, ob sie ihren Rücktritt jemals bereut hätte, antwortete Dagmar Reim mit einem klaren und eindeutigen "Nein". Sie habe sich damals aus privaten Gründen bewusst dazu entschieden, da sie sich stärker auf die Dinge fokussieren wollte, die einen immer größer werdenden Raum in ihrem Leben einnahmen. Für Hartmut Mehdorn sind Rücktritte im typischen Berufsleben etwas ganz normales – schließlich möchte man sich nach einer gewissen Zeit in einem Amt oder in einer Funktion weiterentwickeln, den sprichwörtlich "nächsten Schritt" auf der Karriereleiter machen. Im Vorfeld einer Entscheidung zu einem Rücktritt spielten für ihn weniger die Mitarbeiter in beratender Weise eine Rolle, sondern vielmehr der Aufsichtsrat sowie Mitglieder der Familie. Dr. Norbert Walter-Borjans befand sich nach eigener Aussage nie in einer Situation, in der es Grund für seinen Rücktritt gegeben hätte. Aus seiner Sicht gibt es einen klaren Unterschied zwischen einem Rücktritt in der Politik und in der Wirtschaft. So stehe man in der Politik viel stärker im öffentlichen Fokus und werde beispielsweise als Regierungsmitglied von der Opposition fortlaufend kritisch beurteilt.


Das Buch ist bei Amazon bestellbar

Die Begrüßungsrede von Prof. Bodo Hombach zum Nachlesen

Hier finden Sie den Veranstaltungsbericht des Bonner General-Anzeigers