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Das 5. Deutsch-Chinesische Akademische Forum fand am 12. und 13. Oktober 2017 in Peking statt




Der Präsident der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach (2.v.l.), zusammen mit den chinesischen Gastgebern




Prof. Dr. Jürgen Rüttgers (2.v.l.), ehemaliger Ministerpräsident und Bundesminister




Prof. Dr. Caja Thimm, Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaften an der Universität Bonn




Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz




Wolfgang Rudischhauser, Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik




Prof. Dr. Bettina Gransow-van Treeck, Institut für Sinologie der Freien Universität Berlin




Prof. James D. Bindenagel, Henry-Kissinger-Professor und Direktor des Center for International Security and Governance (CISG) der Universität Bonn




Dr. Norbert Walter-Borjans (l.), Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen a.D.




Während des Forums wurden in sechs Panels verschiedene Aspekte der multi- und bilateralen Beziehungen in einer globalisierten Welt diskutiert




Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums
 
Das 5. Deutsch-Chinesische Akademische Forum fand am 12. und 13. Oktober 2017 in Peking statt. Die bewährte Kooperation zwischen der Bonner Akademie, der Chinese Academy for Social Sciences (CASS) und der Social Sciences in China Press (SSCP) wurde in diesem Jahr zusammen mit dem Center for Sociological Research and Development Studies of China (CSRDSC) der Universität Peking fortgesetzt. Rund 40 deutsche und chinesische Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien tauschten sich unter dem Oberthema "Globalisierung und De-Globalisierung" über die Herausforderungen und Chancen für die Weltgemeinschaft aus.
 
Neben dem Präsidenten der Bonner Akademie, Prof. Bodo Hombach, nahmen erneut die ehemaligen Ministerpräsidenten und Bundesminister Prof. Dr. Jürgen Rüttgers und Rudolf Scharping teil. Ebenso waren der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Wolfgang Rudischhauser, der Aufsichtsratsvorsitzende der ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Dr. Gernot Kalkoffen, der frühere Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Norbert Walter-Borjans, und der ehemalige Managing Director der Accenture Deutschland GmbH, Prof. Dr. Michael Junker, mit nach Peking gereist. Aus der Wissenschaft waren Prof. Dr. Bettina Gransow-van Treeck, Institut für Sinologie der Freien Universität Berlin, Prof. James D. Bindenagel, Henry-Kissinger-Professor und Direktor des Center for International Security and Governance (CISG) der Universität Bonn, Prof. Dr. Caja Thimm, Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaften an der Universität Bonn, und Prof. Andreas Oberheitmann, FOM Hochschule für Ökonomie & Management und RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung, Teil der deutschen Delegation.
 
Die chinesische Seite war neben den Gastgebern Prof. Wang Limin, Chefredakteur der SSCP, und Prof. Qiu Zeqi, Universität Peking, unter anderem durch Prof. Zhang Shucun, Präsident der Shadong Akademie für Sozialwissenschaften (CDASS), Prof. Wang Yi, Dekan der juristischen Fakultät der Renmin Universität China (RUC) und Prof. Ouyang Kang, Dekan des Institut für Staatslehre, Huanzhong Universität für Wissenschaft und Technologie (HUST), vertreten.
 
Bei seiner Begrüßungsrede zeigte sich Prof. Bodo Hombach sehr erfreut darüber, dass die gute Tradition der Foren durch das hohe Engagement aller Beteiligten und die Offenheit für ungewohnte Perspektiven auch zukünftig einen äußerst wichtigen Gedankenaustausch zwischen Deutschland und China fördern werde. Prof. Wang Limin lobte die gute und bewährte Kooperation zwischen den deutschen und chinesischen Partnern und richtete herzliche Grüße des leider verhinderten Vizepräsidenten der CASS, Prof. Zhang Jiang, an die Teilnehmer des Forums aus. Für die Universität Peking begrüßte schließlich stellvertretend Prof. Qiu Zeqi die Anwesenden.
 
Die Mitglieder der deutschen und chinesischen Delegationen diskutierten während des Forums in sechs Panels verschiedene Aspekte der multi- und bilateralen Beziehungen in einer globalisierten Welt. "Die 'Neue Seidenstraße' und die neue Globalisierung" wurde von beiden Seiten als Chance für alle beteiligten Partner betrachtet, wobei gleichzeitig für eine gemeinsame Gestaltung dieser neuen Runde der Globalisierung geworben wurde. Ebenso wurden "Die neuen Mechanismen globaler Steuerung" diskutiert, bei denen einerseits die aktuellen Herausforderungen durch eine multipolare Welt in den Fokus rückten, andererseits aber auch die gemeinsame Teilhabe am Weltmarkt und eine stabile internationale Gemeinschaft erörtert wurden. "Das 'Internet der Dinge' und die Neuordnung der Gesellschaft" lenkten wiederum das Augenmerk auf die digitale Welt, die mit ihren großen Chancen auch wesentlich gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Veränderungen anstoßen und voranbringen wird. Die gemeinsame Gestaltung dieser Veränderung in Deutschland und China war hierbei ein wichtiger Aspekt.

Das Panel "Die De-Globalisierung und die Herausforderungen für die Weltgemeinschaft" stellte die Chancen und Risiken der Globalisierung in den Mittelpunkt. Als besonders wichtig wurde von allen Teilnehmern des Forums hier der Erhalt der offenen Märkte als Basis für einen regelbasierten, fairen und dauerhaften Handel wahrgenommen, der zum Vorteil aller geschehen könne. Auch das Panel "Der Welthandel und der Aufstieg eines neuen Handelsprotektionismus" nahm am zweiten Tagungstag noch einmal die ökonomischen Herausforderungen in den Blick. Besonders deutlich wurde auch hier, dass der Freihandel zwar ein gemeinsames Ziel ist, jedoch die Ausprägungen des Freihandels unterschiedlich stark gewichtet werden. "Kollektive Sicherheitsvereinbarungen und internationale Sicherheit – Erfahrungen in Asien und Europa" standen als letztes auf der Agenda des Forums, wobei vor allem die Rolle internationaler Organisationen wie der UN und die wirtschaftlichen Verschränkungen in einer multipolaren Welt als wichtige Garanten für die Sicherheit hervorgehoben wurden.
 
Deutlich wurde während des gesamten Forums, dass die globalen Herausforderungen in vielen Bereichen nur gemeinsam gelöst werden können und die deutsch-chinesische Kooperation in einer zunehmend komplexen Weltlage immer wichtiger werde und ein vertrauensvolles Miteinander hierbei die Grundlage bilden müsse. In seinem Abschlussstatement sagte Prof. Hombach: "Wir haben über die Globalisierung gesprochen, mit weniger Illusionen als früher. Das Zusammenwachsen ist keine Automatik. Die globale Welt ist eine Tatsache. Das war schon immer so, aber jetzt wird es allen bewusst. Die Balance ist noch nicht ausgewogen, aber manche ziehen daraus die falschen Schlüsse und kreieren falsche politische Antworten. Fahrradfahrer wissen: Wer unbeschadet vorankommen will, darf nicht nur auf den eigenen Lenker starren. Er muss einen Punkt am Horizont anpeilen."
 
Neben dem Forum hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, während des Kulturprogramms die Verbotene Stadt, den Sommerpalast und die Universität Peking zu besuchen und nutzten dieses Angebot zum gemeinsamen persönlichen Austausch. Prof. Bodo Hombach und Prof. Wang Limin dankten für die traditionell guten und vertrauensvollen Gespräche und kündigten bereits die Fortführung der Kooperation mit dem 6. Deutsch-Chinesischen Akademischen Forum im Herbst 2018 in Deutschland an.