Workshop "Angst - eine deutsche Gefühlslage", im Rahmen des Bildungsprojekts "Integrationspolitik für die Mehrheitsgesellschaft – Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge und alte Menschen im Ruhrgebiet", am 9. Mai 2019.




Dr. Simone Mergen, Bildungsreferentin des Hauses der Geschichte, begrüßte die Teilnehmer.




Die Teilnehmer des Workshops besichtigten die gleichnamige Ausstellung im Haus der Geschichte.




Die Koordinatorin des Bildungsprojekts, Sandra Butz, in der Diskussion mit einem Workshopteilnehmer.




Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch diskutierten die Teilnehmer des Workshops in der Bonner Akademie.
























 
Am 9. Mai 2019 veranstaltete die Bonner Akademie in Kooperation mit dem Bonner Haus der Geschichte einen Workshop zum Thema „Angst – eine deutsche Gefühlslage?“ im Rahmen der gleichnamigen Sonderausstellung im Haus der Geschichte. Gemeinsam mit der Bildungsreferentin des Haus der Geschichte, Dr. Simone Mergen diskutierten die Teilnehmer nach einem Besuch der Ausstellung gemeinsam darüber, wie Ängste entstehen, wie sie sich verbreiten und wie sie medial verstärkt werden können.  Der Workshop fand im Rahmen des Bildungsprojekts „Integrationspolitik für die Mehrheitsgesellschaft – Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge und alte Menschen im Ruhrgebiet“ statt, das die Bonner Akademie seit Februar 2018 zusammen mit der Brost-Stiftung durchführt.

Das neuartige, auf den direkten Dialog ausgelegte Format stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Eingeladen waren sowohl Teilnehmer aus Bonn und Umgebung als auch aus dem Ruhrgebiet, in gleicher Weise sowohl Studenten als auch Rentner, um eine möglichst heterogene Gruppe zustande zu bekommen und den Generationendialog zu fördern.
 
Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der Bonner Akademie, Dr. Stefan Brüggemann, und die Projektkoordinatorin des Bildungsprojekts, Sandra Butz, gingen die Teilnehmer gemeinsam zum Haus der Geschichte, wo sie von der Bildungsreferentin Dr. Simone Mergen begrüßt wurden. In ihren einleitenden Worten gab Frau Dr. Mergen einen kurzen Überblick über Entstehungshintergrund und Konzeption der Sonderausstellung und verwies auf den Unterschied zwischen individuellen und kollektiven Ängsten, die eine ganze Gesellschaft umtreiben können und auf denen der Fokus der Sonderausstellung liegt. Anhand der vier Themenkomplexe „Angst vor Zuwanderung“, „Angst vor Atomkrieg“, „Angst vor Umweltzerstörung“ sowie der „Angst vor Überwachung“ wird die Frage behandelt, woran sich in den letzten 60 Jahren kollektive Ängste in der deutschen Gesellschaft entzündet haben und wie sich der Umgang von Politik und Gesellschaft damit verändert hat. Einzelne Beispiele, wie die Flüchtlingskrise von 2015 und die Asylkrise Anfang der 1990er Jahre bieten zudem einen direkten Vergleich zu aktuellen Fragen unserer Zeit. Bereits während des Ausstellungsbesuchs ergaben sich immer wieder angeregte Gespräche zwischen den Teilnehmern.
 
Die anschließende Diskussion fand in den Räumen der Bonner Akademie statt. Unter der Moderation und Leitung von Frau Dr. Mergen entwickelte sich schnell ein intensiver Austausch über die Eindrücke und Informationen der Ausstellung. In Anknüpfung an die ausgangs gestellte Frage der Ausstellung, wovor die deutsche Gesellschaft im Jahr 2030 am meisten Angst haben wird, kristallisierten sich im Verlauf der Diskussion auch unter den Teilnehmern zwei Hauptbedrohungen heraus: die Angst vor dem Klimawandel sowie die Angst vor politischem Extremismus. Ein besonderer Fokus der Diskussion lag zudem auf der Rolle der Medien im Umgang mit kollektiven Ängsten. Die Medien haben einen großen Einfluss auf die Generierung und den Verlauf von Ängsten, fungieren bisweilen sogar als Angstverstärker. Eine öffentliche Debatte über ein bestimmtes Thema findet meist immer dann statt, wenn die Medien den Unmut und die Sorgen einiger weniger Menschen aufgreifen und so mediale Aufmerksamkeit generieren.  Verschwindet ein Thema mit der Zeit aus den Medien, scheint die kollektive Angst ebenfalls abzuflauen. Beispiele wie der NATO-Doppelbeschluss ab 1983 sowie die Volkszählung 1987 haben zudem gezeigt, dass Maßnahmen, die zuerst unter intensiver medialer Begleitung großen Widerspruch ausgelöst haben, später ohne große Gegenwehr doch umgesetzt werden konnten, als der Fokus der medialen und gesellschaftlichen Debatte auf anderen Themen lag. Kritisch gesehen wurden von den Teilnehmern auch die sozialen Netzwerke, in denen Ängste noch schneller und unkontrollierter verbreitet werden können.
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