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Serap Güler, Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, stellte die Projektergebnisse gemeinsam mit Prof. Bodo Hombach, Präsident der BAPP, und Prof. Dr. Volker Kronenberg (v.l.n.r.), Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats, vor.



Auch die Presse zeigte großes Interesse an dem aktuellen Thema und den Ergebnissen.



Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Abteilungsleiter für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.


Serap Güler erläutert die Impulse der Projektresultate für die Arbeit des Minsteriums.
Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten Serap Güler, Staatssekretärin für Integration, Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, und Prof. Dr. Volker Kronenberg, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats, am 14. März 2018 die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Wieviel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets“ im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW vor und diskutierten die Implikationen für die Arbeit des MKFFI.

In Kooperation mit der Essener Brost-Stiftung und unter Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Christian Wulff führte die BAPP das dreijährige praxisorientierte Forschungsprojekt „Wieviel Islam gehört zu Deutschland? Integrationserfahrungen junger und alter Menschen in einer säkular geprägten Gesellschaft am Beispiel des Ruhrgebiets“ durch. In den drei Schwerpunktstädten Duisburg, Essen und Gelsenkirchen untersuchte das Projektteam die Gründe für die fortbestehende kulturelle Distanz im Alltag von muslimischen Migranten und nicht-muslimischen Deutschen, um auf dieser Basis greifbare Ansätze zur Belebung des interkulturellen Austauschs im gesellschaftlichen Alltag und konkreten Projekten der Alten- und Jugendhilfe zu erarbeiten.

Eines der zentralen Resultate zeigt, dass die Skepsis gegenüber Muslimen und dem Islam in NRW in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen hat. Das belegen neben den Ergebnissen der jüngsten Landtags- und Bundestagswahlen, bei denen rechtspopulistische Parteien beinahe jede dritte Stimme in den Brennpunktvierteln mit hoher Arbeitslosigkeit und beträchtlichem Migrantenanteil holten, auch weitere Befunde: Sowohl eine in diesem Rahmen durchgeführte, repräsentative Forsa-Umfrage unter den Bewohnern des Ruhrgebiets als auch die Ergebnisse aus der dreijährigen Zusammenarbeit mit 17 Integrationsprojekten deuten auf eine messbare Verschlechterung des Integrationsklimas hin.

Integrationsstaatssekretärin Serap Güler bestätigte die Relevanz der Ergebnisse. Viele Menschen stünden dem Islam noch immer skeptisch entgegen. Insgesamt bräuchte es in diesem Zusammenhang eine Anerkennungskultur: Vor allem der Generation jüngerer Muslime müsse das Gefühl vermittelt werden, dass sie Teil unserer Gesellschaft sind, ganz egal woher ihre Eltern kommen. Noch immer hätten nicht alle Jugendlichen in unserem Land die gleichen Chancen. Um Teilhabe und Partizipation für alle in Deutschland lebenden Menschen zu gewährleisten, sei die Projektarbeit vor Ort die im Fokus des Forschungsprojekts stand essentiell. Hausaufgabe der Politik sei es deshalb vor allem, die Kommunen dabei zu unterstützen.

Daran anschließend sagte Prof. Bodo Hombach, müsse man Erfolgsbeispiele jedoch auch deutlich sichtbarer machen und Führungspersönlichkeiten aus den Communities explizit fördern. Die Erkenntnis, dass es auch zahlreiche Positivbeispiele gebe, sei noch lange nicht bei allen Menschen angekommen. Umso schöner sei, dass das bürgerschaftliche Engagement vor Ort und die Bereitschaft ,anzupacken’ weiterhin groß seien.

Das bestätigte auch Prof. Dr. Volker Kronenberg mit Bezug auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts. Es gebe zahlreiche gute und effektive Angebote, diese funktionierten jedoch zu häufig noch wie Inseln mit einem spezialisierten Angeboet, ohne dass es eine Vernetzung untereinander gebe. Gerade an diese Stelle, so zeigen die Resultate, lohnt es sich auch für Förderer und Politik anzusetzen. Inhaltlich kann zudem ein stärkerer Fokus auf politische Bildung und Partizipation die Identifikation mit Deutschland als Heimatland fördern.

Im Rahmen der dreijährigen Arbeit wurde jedoch auch deutlich, dass eine ganzheitliche Integrationspolitik auch jene wachsenden Teile der „Mehrheitsgesellschaft“ nicht aus dem Blick verlieren darf, die sich in Politik, Arbeitsmarkt und Gesellschaft zunehmend abgehängt und ausgegrenzt fühlen. Auf diesen Befund reagiert die Brost-Stiftung mit dem – ebenfalls auf drei Jahre angelegten – Folgeprojekt „Integrationspolitik für die Mehrheitsgesellschaft Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge und alte Menschen im Ruhrgebiet“, das ebenfalls die BAPP durchführen wird. Es zielt darauf ab, speziell junge und alte Menschen im Ruhrgebiet über die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der Integrationsarbeit sowie konkrete Partizipationsmöglichkeiten zu informieren und spezifische Angebote zu entwickeln, die politische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe marginalisierter Individuen und Gruppen gezielt fördert.

Fotos: MKFFI / Sabrina Bersheim
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