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Der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, übernahm die Begrüßung der Gäste



Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, verbreitete mit Blick auf die jüngsten Klimaschutzinitiativen Optimismus



Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch e.V., warnte vor den Gegnern des Klimaschutzes



Dr. Daniel Klingenfeld, Leiter des Stabes des Direktors am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, forderte einen Wandel des individuellen Lebensstils



Prof. Dr. Peter Höppe (2.v.r.), Meteorologe und Vorsitzender der "Munich Climate Insurance Initiative" (MCII), in der Diskussion mit den Podiumsgästen



Patricia Espinosa während ihrer Rede vor vollbesetzten Reihen



Die Veranstaltung fand statt in Verbindung mit dem Liaison Office Internationale Wissenschaft der Bundesstadt Bonn


Fotos: Volker Lannert
Zum Thema "Klimadiplomatie im Wandel – Wie geht es nach der COP 23 weiter?" diskutierten am 19. Februar 2018 Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats UNFCCC, Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch e.V., Prof. Dr. Peter Höppe, Meteorologe und Vorsitzender der "Munich Climate Insurance Initiative" (MCII), sowie Dr. Daniel Klingenfeld, Leiter des Stabes des Direktors am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, über die Ergebnisse der letzten Weltklimakonferenz und über die aktuellen Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Hildegard Stausberg, Journalistin und Vorsitzende des Kölner Presseclubs.

In seiner Begrüßung blickte Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn, auf den erfolgreichen Verlauf der COP 23 in Bonn zurück und sprach allen an der Organisation Beteiligten ein großes Lob aus. Angesichts der aktuellen Koalitionsverhandlungen drückte er jedoch gleichzeitig sein Bedauern darüber aus, dass Deutschland seine Führungsrolle im Klimaschutz zumindest vorerst aufgegeben habe.

Anschließend legte Patricia Espinosa in ihrer Rede ausgehend vom diesjährigen Rheinhochwasser anschaulich dar, was ein durch den Klimawandel verursachter Anstieg des Meeresspiegels um nur 20 cm für die Lebensgrundlage von 145 Millionen Menschen weltweit bedeute. Trotzdem verbreitete sie in Sachen Klimarettung Optimismus – der Talanoa-Dialog, in dem sich die Länder bei der Intensivierung ihrer Klimaschutzbemühungen unterstützen sollen, sei gut angelaufen und auch die Arbeit am "Benutzerhandbuch" des Pariser Abkommens, das die Umsetzung der Klimaziele regelt, schreite voran. Christoph Bals konnte Espinosas Optimismus in mancher Hinsicht teilen. Mit dem Pariser Klimaabkommen sei ein Durchbruch erreicht worden, und einige Staaten wie China und Indien, die noch vor kurzem stark auf die Kohleindustrie gesetzt hätten, würden sich überraschend zu Vorreitern in Sachen Klimaschutz entwickeln. Allerdings mahnte er, man dürfe weiterhin auch die Gegner des Klimaschutzes, wie die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump oder die Lobbys der fossilen Energiewirtschaft, nicht unterschätzen.

Die Runde diskutierte ausführlich verschiedene technische Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel – von der Energiegewinnung über Mobilität bis hin zu Speichertechnologien. Dr. Daniel Klingfeld deutete jedoch an, dass angesichts der gravierenden Lage außerdem auch ein Wandel des Lebensstils nötig sei. Um das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen, blieben beim aktuellen Emissionsausstoß gerade einmal noch 18 Jahre, bevor die Emissionen komplett auf null sinken müssten. Dementsprechend sei es notwendig, dass alle Nationen ihre Bemühungen beim Klimaschutz deutlich intensivieren. Prof. Dr. Peter Höppe begrüßte die Fortschritte beim Aufbau einer Versicherung für die Menschen, die am meisten von Folgen des Klimawandels bedroht sind. Die größte Herausforderung dabei – die Finanzierung – sei jedoch noch nicht gelöst.

Was den Stichpunkt des Wandels in der Klimadiplomatie betrifft, hob die Runde abschließend insbesondere zwei aktuelle Entwicklungen hervor. Einerseits würden jetzt, da es um die Umsetzung der Klimaziele geht, Akteure abseits von staatlichen Regierungen, ob Städte, Investoren oder Unternehmen, eine immer größere Rolle spielen. Andererseits zeichne sich im Konflikt zwischen Verursachern und Opfern des Klimawandels zunehmend eine Verlagerung auf die juristische Ebene ab. Bleibt die politische Lösung aus, sei daher vermehrt mit Klagen gegen Unternehmen und Staaten zu rechnen, wie die des peruanischen Landwirts gegen RWE.


Hier finden Sie den Veranstaltungsbericht des Bonner General-Anzeigers
 
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