In dieser Woche möchten wir die Gelegenheit nutzen, Ihnen einen weiteren Einblick in unsere Arbeit zu ermöglichen und unser Forschungsprojekt "Integrationspolitik für die Mehrheitsgesellschaft – Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge und alte Menschen im Ruhrgebiet" vorzustellen. Neben den öffentlichen Diskussionsveranstaltungen ist die Forschungs- und Bildungsarbeit ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Bonner Akademie, in dem wir Theorie und Praxis miteinander verbinden.

Worum geht es in dem Projekt?

In unserem seit Februar 2018 laufenden Forschungsprojekt „Integrationspolitik für die Mehrheitsgesellschaft – Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge und alte Menschen im Ruhrgebiet“ untersuchen wir die Gründe für die wachsende Unzufriedenheit und zunehmende Entfremdung breiter Gesellschaftsschichten von etablierten politischen und gesellschaftlichen Institutionen. Spätestens seit den Hartz-Reformen hat sich in weiten Teilen der (unteren) Mittelschicht eine verbreitete Angst vor einem sozialen Abstieg festgesetzt. In den konkreten Auswirkungen der Globalisierung sehen viele Menschen weniger Chancen als Bedrohungen: Sie fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen, Sicherheit, Heimat und Identität. Diese Sorgen sehen sie in einer politischen und medialen Debatte jedoch oftmals nicht hinreichend berücksichtigt. Gerade im Ruhrgebiet, wo die Abstiegsängste im Zuge des Strukturwandels besonders groß sind und zugleich ein hoher Anteil von muslimischen Migranten die Furcht vor weiteren Veränderungen schürt, ist die Gefahr, dass ein relevanter Teil der Gesellschaft sich ausgeschlossen fühlt, besonders groß. Die Auswirkungen zeigen sich u.a. in dem starken Abschneiden der AfD bei den Wahlen sowie einem überdurchschnittlichen Anteil an Nichtwählern.

Was ist das Ziel des Projektes?

Ziel des Projektes ist es, nicht nur das Verständnis für die Unzufriedenheit einer wachsenden Zahl von Menschen zu verbessern, sondern auch auf Grundlage einer fundierten Analyse der Situation im Ruhrgebiet greifbare Ansätze zur Re-Integration und Teilhabe der ‚abgehängten‘ Bevölkerungsgruppen in das politische und gesellschaftliche Leben zu entwickeln und umzusetzen. Welche Formen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe sind besonders vielversprechend? Welche Angebote gibt es bereits und wo bedarf es Weiterentwicklung und Unterstützung bei der Umsetzung? Wie können die gesellschaftlichen Spannungen aufgefangen und vermindert werden und wie muss eine gesamtgesellschaftliche Integratonspolitik aussehen?

Wie sieht die konkrete Arbeit aus? 

Der Fokus der Projektarbeit liegt dabei zu einem Großteil auf Praxisbeobachtungen und Erfahrungen aus und im Ruhrgebiet. In Form von regelmäßigen Projektbesuchen, Workshops und Interviews mit den Vertretern verschiedener Initiativen, Vereinen oder Institutionen vor Ort, schaffen wir uns ein umfangreiches Bild von den real existierenden Angeboten der Teilhabe für die Mehrheitsgesellschaft sowie den Chancen und Herausforderungen.

Erfolgsversprechende Ideen und Konzepte für eine Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten können nur mit den Menschen gemeinsam entstehen.  Durch themenspezifische Workshops versuchen wir die Menschen gezielt anzusprechen und bestmöglich in den Prozess mit einzubeziehen. Die Workshops sollen als direkte Diskursplattform dienen und Themen aus der Mitte der Gesellschaft aufgreifen. Einen Einblick in zwei Beispielsworkshops finden Sie hier    und hier.



Flankiert wird unsere praktische Arbeit von einer fortlaufenden wissenschaftlichen Aufarbeitung und Forschungsarbeit durch uns und das Institut für Politik und Soziologie der Universität Bonn sowie weiteren namenhaften Experten. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW und wird von der Brost-Stiftung gefördert.
 
Weiterführende Informationen sowie Einblicke in unsere Projektarbeit erhalten Sie in den Publikationen sowie auf unserer Homepage.

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