Während die Bundesregierung über weitere Konjunkturhilfen debattiert, ist die Mehrzahl der Privathaushalte bisher offenbar ohne größere finanzielle Verluste durch die Coronakrise gekommen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov unter NRW-Bürgern im Auftrag der Bonner Akademie für Forschung und Lehre Praktischer Politik (BAPP) geben 58 Prozent der Befragten an, keine finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie erlitten zu haben. Auffällig: In der Altersgruppe Ü55 liegt der Anteil sogar bei 66 Prozent. Bemerkenswert außerdem: Nur 1 Prozent der Befragten sieht sich durch die Folgen der Krise ruiniert bzw. am Rande der geschäftlichen Pleite.

Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie: "Die von Corona gesundheitlich oder materiell Geschädigten sollen unbedingt gesellschaftliche Solidarität erfahren. Das geht umso großzügiger, weil es sich um eine recht überschaubare Gruppe handelt. Die große Mehrheit ist durch umsichtige Politik bisher erfreulich gut durch die Krise gekommen. Der Teufel wurde zwar an die Wand gemalt, aber er konnte bisher nicht tatsächlich flächendeckend Unheil anrichten.“

Knapp 17 Prozent geben an, Einbußen unter 1000 Euro verkraften zu müssen, beim gleichen Anteil der Befragten liegen die Verluste darüber, teilweise sogar mehr als 5000 Euro. 34 Prozent der Betroffenen wollen die Verluste durch Verzicht auf geplante Anschaffungen (z.B. Auto, Möbel, Kleidung) kompensieren, 27 Prozent planen die Streichung des Urlaubs. Neben dem Antrag auf staatliche Unterstützung (10 Prozent) sieht ein Teil der Betroffenen (5 Prozent) in einem Überbrückungskredit den Ausweg aus den finanziellen Engpässen.

Die Bonner Akademie beschäftigt sich mit den politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen in einer Interviewreihe sowie einem virtuellen Dialogformat. Darin treffen in der nächsten Folge der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck und Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, aufeinander.
 

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