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Betonte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit der deutsch-französischen Freundschaft: Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie



Der französische Generalkonsul Vincent Muller hielt in der Einführung fest, dass Präsident Macron eine Begeisterung für Europa wiederbelebt habe



Gila Lustiger, deutsch-französische Bestsellerautorin und "Stadtschreiberin Ruhr", im Gespräch mit Moderator Michael Krons



Dr. Claire Demesmay, Programmleiterin Frankreich bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik



Dr. Sascha Lehnartz (r.), Chefkorrespondent von WeltN24, unterstrich das Zusammenspiel französischer und europäischer Reformen



Frédéric Petit, Abgeordneter der Französischen Nationalversammlung für die Auslandsfranzosen in Deutschland und Zentraleuropa



Die Veranstaltung lockte zahlreiche Interessenten in die Bonner Akademie


Fotos: Volker Lannert
Ausgewiesene Frankreichkenner diskutierten am 14. Mai 2018 in der Bonner Akademie zum Thema "Ein Jahr Macron – Hoffnungsträger für Frankreich und Europa". Nach einer Einführung durch den französischen Generalkonsul Vincent Muller zogen die Podiumsgäste Dr. Claire Demesmay, Programmleiterin Frankreich bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Gila Lustiger, deutsch-französische Bestsellerautorin und "Stadtschreiberin Ruhr", Dr. Sascha Lehnartz, Chefkorrespondent von WeltN24, und Frédéric Petit, Abgeordneter der Französischen Nationalversammlung für die Auslandsfranzosen in Deutschland und Zentraleuropa, ein Jahr nach der französischen Präsidentschaftswahl ein vorläufiges Resümee. Die Moderation der Podiumsdiskussion wurde von Michael Krons, leitender Redakteur und Moderator bei Phoenix, übernommen.

Mit dem Zitat "Bonn ist näher an Paris als an Berlin" thematisierte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, in seiner Begrüßung die geografische, aber auch emotionale Nähe zu Frankreich. Er betonte die Wichtigkeit der deutsch-französische Freundschaft: Wer diese in Vergangenheit bemängelte, müsse vor aktuellen Herausforderungen einsehen, dass ein noch engerer Schulterschluss alternativlos sei – dies sage er mit Freude. Denn nicht nur ökonomisch, sondern vor allem auch gesellschaftlich bildeten Frankreich und Deutschland eine Schicksalsgemeinschaft.
 
Vincent Muller attestierte in seiner anschließenden Einführung, dass sich alles, was Macron berührt, verändere: "Er ist zwar kein Magier, aber er ist mehr als 'nur' der französische Staatspräsident. Er hat die Politik neu erfunden", so der Generalkonsul. Er habe eine Bewegung aus dem Nichts geschaffen und darüber hinaus eine Begeisterung für Europa wiederbelebt.
 
In der folgenden Diskussionsrunde erinnerte Gila Lustiger an die Wahlkampagne Sarkozys aus dem Jahr 2012. Fast so wie Macron heute habe damals Angela Merkel die Zukunft Europas symbolisiert – es existiere demnach anscheinend die Sehnsucht nach einem Hoffnungsträger. Macron bilde hierfür eine Projektionsfläche, es sei jedoch nicht außer Acht zu lassen, dass er zum Teil populistische Mittel nutze. Auch Dr. Claire Demesmay attestierte seinem Politikstil vereinzelte populistische Elemente – dies mache ihn jedoch noch nicht zu einem Populisten. Die Frage, ob man womöglich populistische Mittel brauche, um den Populismus zu besiegen, stellte daraufhin Dr. Sascha Lehnartz. Frédéric Petit betonte, dass der Populismusvorwurf nicht auf Macron zutreffe und lobte zudem dessen komplexe Reformen. Die Umsetzung dieser bezeichnete Gila Lustiger hingegen als chaotisch, in Bezug auf Pragmatismus könne sich Frankreich, das Land der "sozialen Romantiker", ein Beispiel an Deutschland nehmen. Dass sich Romantik und Pragmatismus nicht zwingend gegenseitig ausschließen, behauptete demgegenüber Dr. Demesmay. Macron handle kontrolliert und taktisch klug – so spiele beispielsweise das Tempo eine zentrale Rolle bei der Umsetzung seiner Arbeitsmarktreformen, denn durch viele gleichzeitige Maßnahmen werde eine Konvergenz des Widerstandes verhindert.
 
Sowohl Dr. Demesmay als auch Dr. Lehnartz unterstrichen das Zusammenspiel französischer und europäischer Reformen. Letztere seien jedoch nur in Zusammenarbeit mit Deutschland umsetzbar. Hier scheint man jedoch mit dem Enthusiasmus Macrons und der Quantität seiner Vorschläge ein wenig überfordert zu sein, so Dr. Lehnartz. Es sei jedoch von zentraler Bedeutung, auf die Kernvorschläge Macrons Antworten zu finden und zu der Zukunft Europas Stellung zu beziehen. Hierfür benötige es zwar nicht gleich eine Vision á la Macron, "jedoch bitte einen Ansatz". Vor dem Hintergrund steigender rassistischer und antisemitischer Tendenzen rief Gila Lustiger gegen Ende der Veranstaltung zu der Verteidigung der europäischen Werte auf – denn ansonsten habe Europa keine Zukunft.


Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Institut Français Bonn und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V. statt.


Die Rede von Prof. Bodo Hombach zum Nachlesen
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