Die Diskutanten auf dem Podium während der Diskussionsveranstaltung.




Prof. Bodo Hombach, Präsident der BAPP, bei seiner Begrüßung der Veranstaltungsgäste.




Christian Lindner, MdB, FDP-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, während seiner Rede.




Frank Thelen, Investor und Start-Up-Experte, forderte mehr Innovationsförderung und ein Umdenken in Deutschland.




Der Journalist und Autor Gabor Steingart führte das Publikum als Moderator mit gezielt provokanten Fragen durch den Abend.




Christian Lindner betonte während der Diskussionsrunde, Deutschland habe das Potenzial, große Erfolge auf dem Weltmarkt der Digitalisierung zu feiern.




Das Thema Grundeinkommen sorgte für eine sehr kontroverse Diskussion zwischen den beiden Teilnehmern.


Fotos: Volker Lannert



 
Am 4. Februar 2019 waren Christian Lindner, MdB, FDP-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag und Frank Thelen, Investor und Start-Up-Experte, zu Gast in der Bonner Akademie und diskutierten über das Thema „Update dringend notwendig?! Deutschland und die Digitalisierung“. Die Schwerpunkte der Diskussion lagen auf der Unterstützung von Innovation, dem Abbau gesetzlicher sowie Verwaltungshürden sowie auf der Förderung eines Wandels der deutschen Mentalität gegenüber der Digitalisierung. Die Moderation der Veranstaltung übernahm der Journalist und Autor Gabor Steingart.

In seiner Begrüßung betonte Prof. Bodo Hombach, Präsident der Bonner Akademie, zwar, dass er selber aus einer Generation entstamme, die eher analog geprägt sei, dennoch sei die große Bedeutung der digitalen Revolution für ihn selbstverständlich. In diesem Zusammenhang unterstrich er, wie wichtig es sei, sich dem neuesten Stand anzupassen da die Digitalisierung zwar großartige Vorteile böte, wenn man sie richtig nutze. Gleichzeitig verwies er aber auch auf das Gefahrenpotenzial hin, das die Digitalisierung entwickeln könne, wenn man sich ihr verweigere.

In seiner darauffolgenden Rede stimmte auch Christian Lindner dieser Analyse zu und betonte, dass Deutschland keine Zeit zu verlieren habe, um sich dem digitalen Wandel zu öffnen. Die Digitalisierung verändere nicht nur die Möglichkeiten, die sich den Menschen böten, sondern auch die Menschen selbst und die Art, wie sie Informationen aufnähmen und verarbeiteten. Aus diesem Grund müsse die ausreichende Qualifikation des Individuums absolute Priorität haben, damit die deutsche Gesellschaft mit dem Wandel mitgehen könne. Hierzu bedürfe es eines Mentalitätswandels bei jedem Einzelnen, aber auch eine Anpassung der gesetzlichen Gegebenheiten sowie der Schaffung eines Wirtschaftsklimas, in dem Innovation und Digitalisierung gedeihen könnten.

Zu Beginn der anschließenden Diskussionsrunde unterstrich Frank Thelen diesen Punkt ebenfalls: Deutsche Unternehmen, zu Frühzeiten des Internets weltweit führend, seien im Prozess der fortwährenden digitalen Entwicklung längst weit abgeschlagen. Der letzte konsumentenorientierte Weltmarktführer aus Deutschland sei die Firma SAP; die vier größten amerikanischen IT-Unternehmen erwirtschafteten heute ein Vielfaches dessen, was selbst die führenden Sparten der deutschen Industrie pro Jahr an Umsatz generierten.

Zu diesem Stichwort kam Christian Lindner auf die Verantwortung des Gesetzgebers zu sprechen, man dürfe – anders als vielfach geschehen – deutschen Unternehmen gesetzlich keine unnötigen Hürden in den Weg legen. Sowohl er als auch Frank Thelen stimmten darin überein, dass beispielsweise die Datenschutzgrundverordnung, ein an sich richtiges und wichtiges Gesetz auf europäischer Ebene, in Deutschland sehr unzureichend umgesetzt worden und daher restriktiv für kleinere Unternehmen, Start-Ups oder beispielsweise ehrenamtliche Arbeit sei. Durch diese schlechte Umsetzung werde der Vorsprung amerikanischer Unternehmen immer größer werden, so Thelen, obwohl beispielsweise an deutschen Hochschulen unglaublich viel Willen und Potenzial zur Innovation vorhanden sei. Dem stimmte auch Christian Lindner zu, der ergänzte: „Wir haben die Köpfe und die Forschung, aber es fehlt am Mindset und am Kapital.“

Auf die Frage des Moderators Gabor Steingart nach den Risiken der Globalisierung und der damit verbundenen Bedrohung für zahlreiche Arbeitsplätze, diskutierten Lindner und Thelen auch die damit oftmals verbundene Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Christian Lindner lehnte dieses Konzept ab und sprach vom Grundeinkommen als „einer Lösung auf der Suche nach einem Problem“. Das Geld, das zur Finanzierung notwendig sei, solle der deutsche Staat lieber in Programme zur Ermöglichung fortwährender individueller Qualifizierung seiner Bürger investieren, um ein lebenslanges Lernen zu ermöglichen und zu gewährleisten, dass Arbeitnehmer sich konstant mit dem digitalen Fortschritt weiterentwickeln könnten.

Frank Thelen hingegen verwies darauf, dass vergangene industrielle Revolutionen entgegen aller Befürchtungen immer mehr Arbeitsplätze generiert als abgeschafft hätten. Die digitale Revolution sei seiner Ansicht nach die erste, die mehr Arbeitsstellen überflüssig machen als generieren werde. Aus diesem Grund hätten viele Menschen Angst vor der Digitalisierung. Ein Grundeinkommen, gekoppelt an die Bedingung zur Weiterbildung, könne helfen, solche Sorgen zu beseitigen, so Thelen abschließend.

Bericht des General-Anzeigers Bonn zur Veranstaltung


Die Begrüßung von Prof. Bodo Hombach zum Nachhören


Die Rede von Christian Lindner zum Nachhören


Teil eins der Diskussionsrunde zum Nachhören


Teil zwei der Diskussionsrunde zum Nachhören

 
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