Die Referenten des Abends, Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (l.) und Dr. Helge Matthiesen (r.).



Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, stellte sich den Fragen des Publikums.


Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers, moderierte die Fragerunde.



Als Vertreterin des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur war Alexandra Mause zu Gast und sprach als Expertin.



Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren zu Gast, um dem Oberbürgermeister ihre Bedenken zur Verkehrspolitik der Stadt Bonn darzulegen.



Der Oberbürgermeister Ashok-Alexandra Sridharan, Verkehrsexpertin Alexandra Mause und Moderator Dr. Helge Matthiesen während der Fragerunde.



Die Teilnehmer des Townhall-Meetings hatten zahlreiche Fragen für den Oberbürgermeister vorbereitet, die von den Mitarbeitern der Bonner Akademie gesammelt wurden.



Bilder BAPP / Günther Ortmann









 
Am 17. September 2019 veranstaltete die Bonner Akademie ein „Townhall-Meeting“ mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan.  Unter dem Themenschwerpunkt „Mobilität und Verkehr“  hatten die Bonner Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit dem Oberbürgermeister im Rahmen eines demokratischen Dialoges über Probleme, Erfahrungen, und Ideen zu diskutieren. Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des General Anzeigers, führte durch den Abend.

Bei seiner Anmoderation verwies er auf die Komplexität des Themas, die durch viele verschiedene Standpunkte und fehlende Kompromissbereitschaft entstehe. Gerade vor diesem Hintergrund appellierte er bei dieser Veranstaltung an die Pflege der demokratischen Gesprächskultur. Im Anschluss übergab er das Wort an den Oberbürgermeister. Dieser erläuterte kurz den Luftreinhalteplan der Stadt Bonn, der am 15. August in Kraft getreten ist. In fast ganz Bonn würden die Luftgrenzwerte eingehalten, daher bezögen sich die Maßnahmen in erster Linie auf die zwei Ausnahmen in Form der Problemstraßen Reuterstraße und Belderberg. Darüber hinaus skizzierte er die Herausforderungen, denen Bonn als wachsende Stadt begegnen müsse. Prosperierende Unternehmen zögen viele Arbeitnehmer in die Stadt, weswegen man Lösungsansätze für den steigenden Berufsverkehr finden müsse.  Hierzu entstehe gerade ein Rahmenplan, um beispielsweise das ehemalige Bundesviertel auch als Wohnraum attraktiver zu gestalten. Im Anschluss erklärte er die Testprojekte, die im Rahmen des vom Bund geförderten Lead-City-Projektes durchgeführt werden. Von ursprünglich 60 Vorschlägen seien drei angenommen worden, darunter das 365€-Ticket, ein 24h-Ticket sowie Taktverdichtungen auf vielen Linien des ÖPNV’s. Als Ergänzungen zu diesen den ÖPNV betreffenden Maßnahmen nannte er ein Seilbahnsystem für den Venusberg ein wünschenswertes Zukunftsprojekt.

An diese thematische Einführung anknüpfend erhielten die Bonnerinnen und Bonner das Wort. Die angesprochenen Themen waren vielfältig. Insbesondere die Förderung des emissionsfreien Individualverkehrs und die damit einhergehende Entlastung des Stadtverkehrs wurden diskutiert. So fielen etwa die Forderungen nach besser ausgebauten Fahrradstraßen und mehr E-Tankstellen. Im Laufe der Veranstaltung fiel sowohl Lob als auch Kritik. Positiv aufgefasst wurde etwa die Verkehrsführung bei dem 2017 veranstalteten G20-Klimagipfel in Bonn, ausbaufähig seien hingegen neben Fahrradwegen auch  -Abstellplätze. Darüber hinaus wurden die Tariferhöhungen im ÖPNV kritisiert: Schließlich wolle die Stadt als Lead-City gerade diesen fördern. Als das 365-Tage-Ticket hinsichtlich seiner Beschränkung auf Neukunden bemängelt wurde, betonte der Oberbürgermeister, dass es bei dem Lead-City-Plan gerade darum gehe, Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen, die diesen im Regelfall nicht nutzen. Die Publikumsfragen betrafen zudem den Stand konkreter Projekte der Gegenwart und der Zukunft, wie etwa der Seilbahn oder der Victoriabrücke. Darüber hinaus wurde eine engere Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis wurde sowohl vom Oberbürgermeister als auch vom Publikum begrüßt. Zum Schluss kam die neue Verkehrsführung auf der Kaiserstraße  zu Sprache – diese stößt unter den betroffenen Anwohnern auf große Kritik. Auch der Oberbürgermeister zeigte sich mit der aktuellen Lösung unzufrieden und versicherte, dem Stadtrat weiterhin Gegenvorschläge zu unterbreiten, sollte sich der Zustand als nicht tragbar erweisen.

Bei vielen angesprochenen Themen konnte Alexandra Mause, Referatsleiterin Urbane Mobilität und Sofortprogramm saubere Luft des BMVI, wichtige inhaltliche Impulse und thematische Hintergrundinformationen liefern. So lobte sie etwa das Seilbahnprojekt als innovatives Konzept, forderte aber gleichzeitig Planungsbeschleunigung. Als eine City-Maut zur Sprache kam, die von Teilen der Gäste begrüßt wurde, stimmte sie dem Bürgermeister zu. Denn mit anderen Lösungsansätzen ließen sich derartige Einschränkungen zu vermeiden. 

Trotz des oftmals heftig diskutierten Themenschwerpunktes fand der Austausch bei diesem Townhall-Meeting auf sachlicher Ebene statt. Im Laufe des Abends wurden nicht nur Probleme Lösungsansätze diskutiert, sondern im Zuge dessen auch viele neue Impulse und Ideen gesammelt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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