Bericht zur 3. Morgenrunde „Medien und Teilhabe – Was können und müssen neue und alte Medien leisten“ am 18.08.2021

Am 18. August fand die bereits dritte BAPP-Morgenrunde statt. Auch diesmal ging es wieder darum, Expertinnen und Experten zu vernetzen und außerdem einen Blick auf die konkrete Praxis vor Ort zu ermöglichen. Inhaltlich wollte das Projektteam sich über die Rolle von Medien und Medienkompetenz in unserer digitalen Gesellschaft austauschen.

Die Morgenrunde dient als neuartiges Format, das den direkten Austausch zwischen Experten und Projektpartnern anstreben soll.
Die Projektpartner und Teilnehmer der BAPP-Morgenrunde

Am 18. August fand die dritte BAPP-Morgenrunde statt. Die Morgenrunden zielen darauf ab, im kleinen Kreis einen Austausch zwischen Expertinnen und Experten zu ermöglichen. Damit ergänzen sie die Lokalforen Ruhrgebiet, indem sie einen klareren Blick auf die konkrete Praxis vor Ort ermöglichen. Die Morgenrunde fand zum Thema „Medien und Teilhabe – Was können und müssen neue und alte Medien leisten“ digital über Zoom statt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Projektleiterin, Frau Butz, erfolgte eine generelle Vorstellung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben dem Projektteam waren renommierte Expertinnen und Experten anwesend, die sich mit Medien aus Rezipienten- und Produzentensicht beschäftigen. Durch Dimitrios Karakatsanis vom Digitalen Kultur Labor des Dortmunder U und Reinhard Schmidt, Stadtteilmanager für Duisburg-Hochfeld der Entwicklungsgesellschaft Duisburg, wurde die Perspektive der Medienkonsumenten vertreten. Daneben nahmen gleich zwei Gäste mit sowohl wissenschaftlichem als auch journalistischem Hintergrund an der Runde teil: Mirijam Bunjes vom Institut für Journalistik der TU Dortmund und Jurymitglied der Initiative Nachrichtenaufklärung sowie Prof. Dr. Hektor Haarkötter von der Hochschule Bonn Rhein-Sieg und geschäftsführender Vorsitzender der Initiative Nachrichtenaufklärung.

Im Laufe der offenen Diskussion stellte sich mit Zustimmung aller Teilnehmenden vor allem die Wichtigkeit von Medienkompetenz als Schlüsselfähigkeit in der heutigen Welt heraus. Auch im Feld des Journalismus mangele es daran, wie auch an der Diversität, was dazu führe, dass gewisse Themen aufgrund des eigenen Bias‘ der Medienschaffenden und durch fehlende perspektivische Vielfalt kaum oder nur wenig Beachtung finden. Doch nicht nur dieser Umstand sorgt für eine Diskrepanz zwischen den „Problemen von nebenan“ und der medialen Realität, die laut dem Stadtteilmanager Reinhard Schmidt dringend beseitigt werden müsste, um die – gemessen an ihrer Relevanz für das Leben der Menschen – nötige Aufmerksamkeit für die ‚wirklichen‘ Schwierigkeiten zu erhalten. Zusätzlich sorgten ökonomische Zwänge selbst im Bereich der öffentlich-rechtlichen Medien für mangelnde journalistische Integrität, z.B. unsaubere Recherche oder die Fokussierung der Arbeit auf Click-Stärke. Hierzu nennt Mirijam Bunjes als mögliche Lösung die Umfinanzierung, die sogar schon in der Praxis erfolgreich funktioniert. Damit könnte unteranderem das Sterben der Lokalzeitungen verhindert werden, ohne die die lokalen Themen komplett fast vollständig von der medialen Agenda verschwinden würden. Bereits jetzt berichten diese vornehmlich über überregionale Themen während der regionale Teil immer weiter abgebaut wird.

Ein weiteres Themenfeld der Diskussion war die Rolle der Sozialen Medien. Deren vernetzende Funktion spielt z.B. in der migrantischen Community eine deutlich wichtigere Rolle, so Karakatsanis. Dort wird der Kontakt zu Freunden und Familie sehr intensiv über solche Plattformen gepflegt, die oftmals in unserer Mediennutzung gar nicht vorkämen. Umso wichtiger ist es für diese Gruppe auch, die Zugangsvoraussetzungen für die digitale Welt zu besitzen. Überall in Deutschland mangelt es an der Versorgung der Menschen mit schnellem Internet, passender Hardware, und dem Know-How, diese anzuwenden – hierin waren sich die Diskutierenden einig. Dies könne sich ändern, wenn digitaler Teilhabe wie auch der Medienkompetenz eine höhere Gewichtung zugeschrieben würden. Dies führte zur Abschlussfrage von Herrn Karakatsanis, welche Bildung es überhaupt bräuchte, um digitale Bildung zu ermöglichen. In der Zukunft werden wir uns als Gesellschaft mit solchen Fragen rund um die digitale Medien- und auch soziale Medien-Nutzung auseinandersetzen müssen.

Insgesamt produzierte die Morgenrunde damit ein intensives, aber dynamisches Gespräch. Es wurden nicht nur wertvolle Erkenntnisse für die Projektarbeit gewonnen, sondern auch die wissenschaftlichen sowie praktischen Erfahrungen erfolgreich ausgetauscht. Dabei wurde intensiv aber sachlich über die Herausforderungen und Probleme berichtet, wobei gleichzeitig auch viele spannende Beispiele und tolle Projekte aus der Praxis vorgestellt wurden!

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