Transfer der Transformation

Das Bildungsprojekt „Transfer der Transformation“ widmet sich der Frage, wie Institutionen als Schnittstelle und Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft ihren Beitrag zur Begleitung der gesamtgesellschaftlichen Transformation leisten können.

 

Projekttitel: Transfer der Transformation –
Die Entwicklung des Ruhrgebiets als Bezugs- und Ausgangspunkt

Laufzeit: 2025 bis 2027

Projektregion: Nordrhein-Westfalen mit Fokus auf dem Ruhrgebiet

Förderung durch: Brost-Akademie gGmbH

  >> Weitere Informationen über das Projekt finden Sie in unserer Projektbroschüre, die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können. <<

Ausgangspunkt

© NASA

Welt im Wandel

Demografischer Wandel, Dekarbonisierung und Digitalisierung sind große, aber längst nicht die einzigen Themen unter dem bisweilen zum Modewort gewordenen Oberbegriff der Transformation. Die gesellschaftlichen, sozialpolitischen, energie- und umweltpolitischen, aber auch technischen Herausforderungen, die sich aus diesen „Megathemen“ ergeben, sind immens und werden durch ihre wechselseitige Beeinflussung und Bedingtheit noch komplexer.

Diese globalen Herausforderungen der aktuellen Zeit bringen sowohl Möglichkeiten als auch Herausforderungen mit sich, die das individuelle und kollektive Wohlbefinden tiefgreifend erschüttern können. Es ist wichtig, diese Sorgen ernst zu nehmen und Wege zu finden, um in einer sich ständig verändernden Welt Unterstützung und Stabilität zu bieten.

Transformation als Herausforderung

Der Begriff der Transformation beschreibt eine grundlegende Neuordnung des Zusammenspiels der gesellschaftlichen Teilsysteme. Angesichts der Versuche, diese Komplexität zu reduzieren, leiden traditionelle Institutionen der Demokratie und der Zivilgesellschaft. In immer weniger Demokratien gelingt es, Populismus und dem Angebot von vermeintlich einfachen Antworten zu widerstehen.

Es ist nicht verwunderlich, dass Institutionen in Zeiten des Umbruchs unter enormen Druck geraten: In die Gesellschaft eingebettete Institutionen sind selbst zentrale Orte, die von diesen Veränderungen betroffen sind und mitunter, wenn sie an alten Strukturen festhalten, den Wandel eher bremsen oder blockieren. Die derzeitige Herausforderung für Institutionen wie für die Gesellschaft liegt zudem nicht nur in der Geschwindigkeit des Wandels, sondern auch in der Ungewissheit, in welche Richtung die große Transformation verlaufen wird.

© Michael Kauer
© Mike Kononov

Projektidee

Institutionen als Transformationsbegleiter

Den staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen kommt in Zeiten der Transformation eine wesentliche Bedeutung zu. Politische Absichten mit Blick auf komplexe Sachverhalte verständlich, konsequent und nachhaltig in die Gesellschaft zu transferieren, muss für Institutionen zur Priorität werden. Hierfür müssen mitunter neue Zugänge und Kanäle gefunden werden, um einerseits die vielschichtigen und wechselseitigen Zusammenhänge der großen Transformationsthemen zu verdeutlichen und andererseits Beteiligungsformate zu kreieren.

Statt den fluktuierenden globalen Entwicklungen nur hinterherzulaufen, könnten sich Institutionen als „Transformationsbegleiter“ verstehen, die gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen und Maßnahmen entwickeln, die Halt und Orientierung geben. Praktische Lösungen zu entwickeln und damit Antworten auf dieses häufig mit Zukunftsängsten verbundene Thema zu geben, wird als ein möglicher Schlüssel gesehen, um den zunehmenden Entfremdungstendenzen der Bevölkerung von den (gesellschafts-) politischen Institutionen entgegenzuwirken.

Das Projekt „Transfer der Transformation“ will den praktischen und kommunikativen Umgang von Institutionen mit Transformationsprozessen begleiten.

© Koen Sweers

Vom Ruhrgebiet lernen

Das Ruhrgebiet ist gerade wegen seines historischen Strukturwandels von einer Kohle- und Stahlregion zu einem diversifizierten Wirtschaftsraum eine besonders interessante Region für dieses Projekt. Als lebendiges Beispiel für historische Transformationsprozesse zeigt das Ruhrgebiet, wie wirtschaftliche und soziale Umbrüche erfolgreich bewältigt werden konnten.

Die Erfahrungen aus diesem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess bieten wertvolle Erkenntnisse, wie lokale Institutionen mit herausfordernden Veränderungen umgehen können. Gleichzeitig gehört das Ruhrgebiet mit seiner energieintensiven Industrie zu den Regionen, in denen der ökologische Umbau der Wirtschaft besonders dringlich ist.

Weitere Informationen zum Projekt

Was sind die Ziele des Projekts?

Transfer stärken – Transformation begleiten

Das Projekt zielt darauf ab,

  1. den Umgang zivilgesellschaftlicher und staatlicher Institutionen im Ruhrgebiet mit den Herausforderungen gesellschaftlicher Transformation zu untersuchen sowie die Potenziale der Institutionen als „Transformationsbegleiter“ herauszuarbeiten und
  2. auf dieser Basis praxisnahe Zugänge und Ansätze zum kommunikativen und praktischen Transfer der Transformation durch Institutionen im Ruhrgebiet gegen den zunehmenden Orientierungsverlust und die Entfremdungstendenzen zu entwickeln und in der Praxis zu erproben.

Welche Ansätze verfolgt das Projekt?

Indem das Projekt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen informiert und in verschiedenen Veranstaltungsformaten aktiv in Gestaltungsprozesse einbezieht, setzt es auf Volksbildung als Grundvoraussetzung für demokratische Teilhabe.

Um globale Zusammenhänge der Transformation und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Disziplinen abzubilden, verfolgt das Projekt einen transdisziplinären und transnationalen Ansatz.

Wie ist das Projekt aufgebaut?       

Entsprechend der umrissenen Zielsetzung ergeben sich für die auf zwei Jahre angelegte Projektarbeit folgende Schwerpunkte:

  • Herausforderungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse analysieren und verstehen
  • Projektnetzwerk aufbauen
  • Potenziale von Institutionen als „Transformationsbegleiter“ identifizieren
  • Zugänge und Ansätze zum kommunikativen und praktischen Transfer entwickeln und erproben
  • Ergebnisse für die Öffentlichkeit aufbereiten

Welche Formate gibt es?

  • Öffentliche Diskussionsveranstaltungen
  • Niedrigschwellige Austauschformate wie Workshops und Netzwerktreffen
  • Experteninterviews und Hintergrundgespräche
  • Projektpublikationen

Hintergrundinformationen

Transformation

Woher kommt der Begriff der „Transformation“?

Transformation in den Wissenschaften

Diskurs der „großen Transformation“

Historische Kontexte: Transformationen in der Geschichte

Was sind die Ursachen der aktuellen Transformation(en)?

Was wird transformiert? (Gesellschaftliche Handlungsfelder)

Was transformatiert? Mit welcher Intention?

Transformationsforschung

Transfer

Woher kommt der Begriff „Transfer“?

Der Begriff „Transfer“ stammt aus dem Lateinischen transferre, was so viel bedeutet wie „hinüberbringen“ oder „übertragen“ (trans = „hinüber“, ferre = „tragen“). In die deutsche Sprache gelangte das Wort über das englische transfer, das ebenfalls „Übertragung“ bedeutet. Die heutige Verwendung des Begriffs umfasst eine Vielzahl von Zusammenhängen, vom Geldtransfer bis hin zum Wissens- oder Technologietransfer. Laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) lassen sich mindestens neun Hauptdefinitionen identifizieren. Diese reichen von wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten über psychologische und sprachwissenschaftliche Konzepte bis hin zu spezifischen Anwendungen in Genetik, Informatik und Sport.

Quelle: „Transfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, https://www.dwds.de/wb/Transfer, abgerufen am 06.05.2025.

Was wird transferiert?

Transfer findet als Begriff in verschiedenen Bereichen Anwendung, zum Beispiel als Wissenstransfer im allgemeine wissenschaftlichen Kontext, als Technologietransfer im technologischen Bereich, aber auch als Policy Transfer in der Politikwissenschaft oder kultureller Transfer in der Kultur- und Bildungsforschung. Bei dem was übertragen wird kann es sich sowohl um materielle Inhalte (z. B. Technologien, Produkte, Patente) als auch um immaterielle Inhalte handeln – etwa wissenschaftliche Erkenntnisse, Handlungskompetenzen, Konzepte oder politische Instrumente.

Je nach Kontext werden unterschiedliche Inhalte übertragen:

  • Wissen
  • Technologien
  • Kulturelle Werte, Normen, Praktiken und Narrative
  • Politische Maßnahmen und Ideen
  • Rechtliche Standards oder Organisationsstrukturen

Transfer wird dabei nicht mehr nur als linearer „Wissensstrom“ von A nach B verstanden. Moderne Transferkonzepte betonen zunehmend die Bedeutung dialogischer, interaktiver Aus

Wo findet Transfer statt?

Was trägt zum Transfer bei?

Akteure des Transfers sind unter anderem:

  • Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die ihre Erkenntnisse aktiv in die Gesellschaft tragen – etwa durch Beratung, Lehre, Veröffentlichungen oder direkte Kooperation mit Praxisakteuren.
  • Transferstellen und Third Mission Offices an Hochschulen, die Transfer systematisch unterstützen und organisieren.
  • Unternehmen und Start-ups, die Forschungsergebnisse in Produkte, Dienstleistungen oder neue Geschäftsmodelle umsetzen.
  • Politische Entscheidungsträger:innen, die wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen und in politische Maßnahmen übersetzen.
  • zivilgesellschaftliche Organisationen, die Forschungsergebnisse in Bildungsarbeit, politische Kampagnen oder soziale Innovationen überführen.
  • intermediäre Akteure (z. B. Think Tanks, Stiftungen, Reallabore), die zwischen den Systemen vermitteln und Inhalte „übersetzen“, Transferagenturen, Third Mission Offices)

Universitäterer Transfer – mehr als Wissen weitergeben

Was sind Bedingungen und Herausforderungen von Transfer?

Transfer im Kontext von Transformation

Kontakt zum Projektteam:

Lina Werder M.A., Projektleitung
Tel.: 0228/73-62956
E-Mail: lina.werder[at]bapp-bonn.de

Veranstaltungen im Projekt